Sylt, der 14.11.2025
Wenn Sie ausfallen, muss Ihr Unternehmen nicht mit umkippen!
Geschäftsleute sprechen oft über steigende Einnahmen sowie Arbeitsmittel. Sie reden ungern über das Gegenteil: wenn sie selbst ausfallen. Das ergibt Sinn, denn das Thema macht keinen Spaß. Das Schwierige dabei: Viele kleine Firmen stützen sich auf genau eine Person. Wenn diese Person fehlt, stoppt der ganze Betrieb. Das passiert sehr schnell.
Besonders Freiberufler und kleine Firmen haben kaum aufgeschrieben, wie ihr Geschäft funktioniert. Zugangsdaten speichern sie im Kopf. Arbeitsabläufe? “Das mache ich einfach so.” Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes finden sich irgendwo auf dem Telefon, das niemand öffnen kann. Die Firma steckt fest, bewegt sich keinen Millimeter mehr.
Um diese Situation zu vermeiden, benötigen Sie einen klaren, ruhigen Plan. Wir nennen ihn den digitalen Notfallkoffer.
Ein Beispiel aus dem echten Leben, nennen wir ihn mal „Kalle“
Kalle betreibt einen florierenden Shop für Spezialbedarf. Alles läuft digital: Bestellungen, Support, Buchhaltung, Marketing. Alle Zugänge liegen bei ihm – und nur bei ihm. Seine Familie weiß ungefähr, was er macht, aber im Ernstfall könnten sie nicht einmal das E-Mail-Postfach öffnen.
Kurz gesagt: Ohne Kalle steht der Laden. Und zwar sofort.
Der Totalausfall: Wenn plötzlich niemand mehr reinkommt
Ein digitaler Blackout trifft härter als jede kaputte Kaffeemaschine.
Kein Zugriff auf Mail.
Kein Zugriff auf Shop.
Kein Zugriff auf Banking.
Kein Zugriff auf Cloud-Daten.
Das Lebenswerk kann über Nacht entwertet werden, nur weil niemand weiß, wie man die Tür aufschließt. Und selbst wenn jemand das Passwort findet – spätestens an der Zwei-Faktor-Authentifizierung ist das Abenteuer vorbei. Der Code landet auf einem Smartphone, das gesperrt bleibt wie Fort Knox.
Die Lösung: Ihr digitaler Notfallkoffer besteht aus drei Bausteinen
Kein Hexenwerk, keine Raketenwissenschaft. Nur solides Handwerk.
1. Ein Passwort-Manager plus ein Master-Passwort auf Papier
Bitwarden, 1Password, was auch immer Ihnen sympathisch ist. Wichtig ist:
Alle Zugangsdaten wandern in den Tresor.
Das Master-Passwort schreiben Sie einmal sauber auf, packen es in einen versiegelten Umschlag und lagern es dort, wo Ihr Umfeld im Ernstfall drankommt – oder beim Notar.
2. Ein kurzes Notfall-Handbuch für Prozesse
Passwörter reichen nicht. Jemand muss auch wissen, was zu tun ist.
Dokumentieren Sie knapp, aber klar:
- Hoster
- Steuerberatung
- Bestellabläufe
- Lizenzen
- Ansprechpartner
Kein Roman. Eine Handvoll Seiten reicht.
3. Die Wiederherstellungscodes für 2FA
Der häufigste Stolperstein.
Fast alle Dienste bieten Backup-Codes.
Diese Codes drucken Sie aus und legen sie zu Ihrem Master-Passwort. Ohne diese Dinger kommt niemand durch die 2FA-Wand.
Warum das Ganze? Weil Verantwortung nicht nur Umsatz heißt!
Verantwortung bedeutet mehr als nur Einnahmen.
Die Verwaltung digitaler Hinterlassenschaften betrachten Sie als grundlegende unternehmerische Sauberkeit. So verhindern Sie, Ihr Betrieb bricht bei einem größeren Problem nicht zusammen. Auch vermeiden Sie, Angehörige oder Mitarbeiter stehen im Notfall vor einem Chaos digitaler Überbleibsel.
Die wenigen Stunden, die Sie jetzt investieren, wirken wie eine preiswerte Absicherung für die Zukunft.
Frohes Schaffen!


